Dieser Änderungsantrag übernimmt den Antragstext des Kreisvorstands in weiten Teilen und unterstützt die dort formulierten Ziele ausdrücklich.
Eine inhaltliche Weiterentwicklung und Konkretisierung erfolgt ausschließlich im Abschnitt "Soziale und finanzielle Verantwortung".
Während die Forderung nach finanzieller Absicherung (Satz 1 und 2) unverändert übernommen wird, bedarf der weitere Text einer Schärfung, um der Überschrift vollumfänglich gerecht zu werden: Echte Verantwortung bedeutet hier, städtebauliche und finanzielle Risiken durch eine einseitige Festlegung auf einen Standort zu vermeiden und die soziale Integrität des geplanten Stadtteils Kreuzfeld zu wahren.
Begründung für die Erweiterung des Änderungsantrags des Kreisvorstands:
1. Schutz des demokratischen Planungsprozesses und der hohen Qualität der Pläne für Kreuzfeld
Die Planungen für Kreuzfeld sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit und intensiver Bürgerbeteiligung. Seit 2019 steht der Entwurf fest, seit 2023 liegt die integrierte Planung vor, und wir befinden uns bereits in der tiefen technischen Masterplanung. Der Siegerentwurf "The Woodhood" setzt für Kölner Verhältnisse neue Maßstäbe:
- Progressive Mobilität: Weitgehende Autofreiheit und ein drastisch reduzierter Stellplatzschlüssel.
- Ökologische Standards: Hoher Anteil an Grünflächen, Erhalt bestehender Waldstrukturen und nachhaltige Holzbauweise.
- Sensible Landschaftsplanung und Erhalt der "Grünen Mitte":
- Zentrale Elemente sind die „Grüne Mitte“ als Naherholungsraum und der sanfte Übergang zur freien Natur, der den Stadtteil harmonisch einbindet. Ein nachträglich hineingeplantes Stadion würde diese feingliedrige Struktur zerschneiden. Pläne des Landes NRW für ein massives Zentrum ignorieren die örtlichen Gegebenheiten und zerstören die ökologische Identität des Entwurfs ("The Woodhood"). Wir dürfen das Vertrauen in die Bürgerbeteiligung nicht gefährden, indem wir die Qualität des Stadtteils für ein Event opfern.
2. Wohnungsbau vor Event-Risiko
Angesichts der Wohnungsnot in Köln darf Kreuzfeld nicht Spielball einer "Jahrzehntebewerbung" (2036–2044) werden. Sollte die Bewerbung scheitern oder sich verschieben, droht einem baureifen Projekt der jahrelange Stillstand. Dringend benötigter Wohnraum darf nicht von der Ungewissheit einer Olympia-Vergabe abhängig gemacht werden.
3. Echte Alternativen und harte ökologische Kriterien
Statt einer Vorfestlegung auf Kreuzfeld müssen Alternativen (wie z.B. Wahn-West) geprüft werden, um Flexibilität zu gewährleisten. Unabhängig vom Standort fordern wir maximale Nachhaltigkeit:
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Stadion: Temporäre Architektur ohne massive Betonfundamente, konsequent rückbaubar und wiederverwendbar (Cradle-to-Cradle).
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Olympisches Dorf: Muss ohne aufwendigen Umbau direkt als hochwertiger Wohnraum nutzbar sein.
Diese Konkretisierung ist notwendig, um die allgemeinen Kriterien des Vorstandsantrags handlungsfest zu machen: Sie stellt sicher, dass wir Olympia nicht um jeden Preis verfolgen, sondern nur dann, wenn es unsere langfristigen Ziele für eine soziale und klimaneutrale Stadtentwicklung stärkt statt sabotiert.